Eine späte Änderung im Entwurf kostet oft mehr Zeit als der Entwurf selbst. Ein Geländer bekommt eine neue Linienführung, eine Wand einen anderen Aufbau, die Fassade eine andere Achsteilung. Bisher hieß das in SketchUp häufig: Geometrie löschen und neu aufbauen.
Mit SketchUp 2027 ändert sich das. Die neue Version bringt nicht-destruktive Modellierung direkt in die Werkzeuge, die Sie bereits kennen. Dazu kommen schnellere Dokumentation in LayOut, eine einheitliche Oberfläche für Windows und Mac und mehr Kontrolle beim Datenaustausch. Version 2027.0 ist seit 21. Oktober 2026 verfügbar.
Procedures: Modelle bleiben bearbeitbar
Das Herzstück von SketchUp 2027 sind die sogenannten Procedures. Bekannte Werkzeuge erzeugen jetzt prozedurale Komponenten. Ändern Sie eine Eingabe, etwa einen Pfad oder ein Profil, aktualisiert sich das Ergebnis automatisch. Gesteuert wird alles in den Elementinformationen. Eine gestrichelte Begrenzungsbox zeigt, welche Komponenten prozedural sind.
Zum Start stehen drei prozedurale Werkzeuge in einer neuen Symbolleiste zur Verfügung.
Copy Along (neu): Gruppen und Komponenten werden entlang eines Pfads vervielfältigt, der Abstand bleibt nachträglich anpassbar. Typische Anwendungen sind Zäune, Geländerstäbe, Terrassendielen oder Fenster entlang einer gekrümmten Fassade. Bisher brauchte es dafür eine Erweiterung.
Follow Me mit mehreren Profilen: Ein Pfad kann jetzt mehrere Profile gleichzeitig führen. So entsteht etwa ein mehrschichtiger Wandaufbau aus Tragschicht, Dämmung und Oberfläche in einem Arbeitsschritt. Ändern Sie Pfad oder Profil, passt sich das gesamte Bauteil an.
Solid Tools, jetzt nicht-destruktiv: Ausgewählte boolesche Operationen der Solid Tools bleiben jetzt bearbeitbar. Sie funktionieren mit mehreren Volumenkörpern gleichzeitig. Hierarchie, Tags und Klassifizierungen bleiben dabei möglichst erhalten. Eine als IFC-Wand klassifizierte Wand bleibt also auch nach dem Schnitt eine IFC-Wand.
Wer die prozeduralen Eigenschaften nicht mehr braucht, wandelt die Komponente mit „Explode to Inputs“ wieder in normale Geometrie um. Weitere Procedures sind laut Trimble bereits in Entwicklung.
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Schraffuren und AutoFit: mehr Detail mit weniger Handarbeit
Schraffuren in Schnittflächen: Schnittflächen konnten bisher nur einfarbig gefüllt werden. Ob Beton, Ziegel oder Dämmung geschnitten wird, war im Plan nicht erkennbar. SketchUp 2027 bringt echte Schraffurmuster für Schnittflächen. Eine Standardbibliothek ist enthalten, eigene Muster lassen sich als Bild oder .PAT-Datei importieren. Schraffuren können direkt mit einem Material verknüpft werden. Eine Gruppe oder Komponente mit Ziegelmaterial wird im Schnitt dann automatisch mit Ziegelschraffur dargestellt.
AutoFit Live Components: Live Components passen sich beim Platzieren automatisch an die Fläche an, auf die Sie sie ziehen. Maße müssen nicht mehr eingetippt werden. Das funktioniert auch bei Flächen mit Öffnungen und bei Flächen innerhalb von Gruppen oder Komponenten, ohne diese zu öffnen. Die Ausrichtung, etwa die Verlegerichtung von Dielen, legen Sie direkt beim Platzieren fest.
![SU26-Launch-2027-hero-core[section]](/redx/tools/mb_image.php/ct.auL6NQ/cid.ye63c4e70f0db1a8b/SU26-Launch-2027-hero-core%5Bsection%5D.jpg)
Dokumentation im LayOut: schneller zum fertigen Plan
Schnellere Vektordarstellung: Bei komplexen Modellen dauerte das Erzeugen von Vektorlinien bisher oft lange. Die überarbeitete Hidden Line Rendering Engine verkürzt diese Zeit deutlich, bei gleicher oder besserer Darstellungsqualität. Auch PDF- und DWG-Exporte profitieren davon. Die neue Engine ist standardmäßig aktiv und lässt sich bei Bedarf auf die klassische Variante zurückstellen.
Zeichnen ohne Blattformat: Bisher mussten Sie vor dem Zeichnen Maßstab und Blatt festlegen. Der neue Zeichenmodus für skalierte Zeichnungen bietet eine unbegrenzte Arbeitsfläche. Sie zeichnen im Maßstab 1:1 mit realen Koordinaten. Beim Verlassen fasst LayOut die Zeichnung als skalierte Gruppe zusammen, standardmäßig im Maßstab 1:50. Der Maßstab bleibt änderbar.
Bildanpassungen direkt in LayOut: Deckkraft, Helligkeit, Kontrast, Farbton und Sättigung lassen sich jetzt direkt für Ansichtsfenster und Bilder einstellen. Alle Anpassungen sind nicht-destruktiv und jederzeit zurücksetzbar. Der Umweg über ein externes Bildbearbeitungsprogramm entfällt.
![SU26-Launch-2027-hero-docu[imageadj]](/redx/tools/mb_image.php/ct.auL6aA/cid.yb6d02a92f0cda552/SU26-Launch-2027-hero-docu%5Bimageadj%5D.jpg)
Einheitliche Oberfläche und mehrere Modelle gleichzeitig
Eine Oberfläche für Windows und Mac: SketchUp und LayOut sehen auf beiden Betriebssystemen jetzt gleich aus. Grundlage ist die Windows-Oberfläche. Mac-Anwender:innen erhalten damit andockbare Symbolleisten und Fächer sowie eine überarbeitete Materialbibliothek. Teams mit gemischten Systemen arbeiten so in derselben Umgebung.
Mehrere Modelle in einem Fenster: Modelle und Dokumente öffnen sich jetzt als Tabs innerhalb einer Programminstanz. Ein Tab lässt sich als eigenes Fenster herauslösen, etwa auf einen zweiten Bildschirm. Werkzeuge und Paneele bleiben dabei im Hauptfenster.
Weitere Neuerungen: Der Outliner sortiert Elemente auf Wunsch nach Tags. Die Touchpad-Steuerung wurde verbessert und funktioniert jetzt auch unter Windows. Modelle lassen sich mit Koordinatenreferenzsystemen (CRS) exakt georeferenzieren.
Wichtig für Mac-Anwender:innen: SketchUp 2027 läuft nur noch auf Macs mit Apple Silicon. Intel-basierte Macs werden nicht mehr unterstützt.
![SU26-Launch-2027-hero-ui[MDI]](/redx/tools/mb_image.php/ct.auL6iA/cid.ycb781cb316cf7799/SU26-Launch-2027-hero-ui%5BMDI%5D.jpg)
Datenaustausch mit CAD und BIM
Für Büros, die SketchUp mit AutoCAD, Revit oder anderen BIM-Werkzeugen kombinieren, bringt Version 2027 mehr Kontrolle beim Import und Export.
DWG und DXF: Die Netzdichte importierter Geometrie lässt sich jetzt gezielt steuern. Texte und Bemaßungen können als native SketchUp-Elemente übernommen werden, Schraffuren als Linien. Auf Wunsch bleiben CAD-Metadaten erhalten und werden automatisch IFC-klassifiziert. Beim 3D-Export wählen Sie zwischen glattem SubD-Netz und facettiertem Polyface-Netz.
IFC und TrimBIM: Bewehrungselemente werden beim IFC-Import korrekt dargestellt. Georeferenzierte Modelle übergeben ihre Koordinatenreferenz automatisch an den IFC-Export, die reale Position bleibt so in anderen Programmen erhalten. TrimBIM bietet nun denselben Funktionsumfang wie IFC.
USD: Neben USDZ werden jetzt auch USD, USDA und USDC unterstützt. Beim Export legen Sie fest, ob die Daten für andere Programme oder für die Rückübernahme nach SketchUp aufbereitet werden. Beim Import wählen Sie Ausrichtung und Einheiten.
Revit-Importer: Für den Austausch mit Revit liefert SketchUp 2027 die aktuelle Version des Revit-Importers gleich im Installer mit. Revit-Modelle lassen sich so direkt in SketchUp übernehmen, ohne dass Sie den Importer separat aktualisieren müssen. Der Revit-Importer ist in SketchUp Studio und SketchUp Pro Advanced Workflows enthalten.
Punktwolken mit Scan Essentials: Auch Scan Essentials wurde umfassend überarbeitet. Punktwolken-Projekte werden jetzt in einer bearbeitbaren Projektdatenbank gespeichert. So lassen sich Scans nachträglich bearbeiten, klassifizieren und um weitere Stationen ergänzen. Neu ist der Import von Autodesk-ReCap-Dateien (.RCP), Trimble-TDX-Dateien und Gaussian Splats (.PLY). Punktwolken werden außerdem automatisch in Kategorien wie Boden, Wand, Decke, Gebäude oder Vegetation eingeteilt. Bestehende Projekte werden beim Öffnen automatisch ins neue Format übernommen. Scan Essentials ist in SketchUp Studio, Pro Scan und Pro Advanced Workflows enthalten.
Fazit: weniger neu aufbauen, mehr entwerfen
SketchUp 2027 setzt dort an, wo im Planungsalltag am meisten Zeit verloren geht: bei Änderungen, beim Erstellen von Plänen und beim Datenaustausch. Die Procedures sind dabei der größte Schritt. Sie machen SketchUp flexibler, ohne dass Sie neue Werkzeuge lernen müssen.
Die prozeduralen Werkzeuge und AutoFit Live Components sind in den kostenpflichtigen SketchUp-Versionen enthalten, nicht aber in SketchUp Free. Die LayOut-Neuerungen, die einheitliche Oberfläche und die erweiterten Austauschformate stehen ab SketchUp Pro zur Verfügung.
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